Ursula Kiener

 

In Guatemala von Dezember 2014 bis Juni 2015

Ursula Kiener

Geboren 1985

Sozialpädagogin

Vor dem Einsatz:

Bereits vor meinem Einsatz für PWS war ich für verschiedene Projekte in Lateinamerika unterwegs. Dort arbeitete ich als „trabajadora social“. Die Soziale Arbeit gilt als Menschenrechtsprofession, weshalb ich mich mit dem Thema Menschenrechte immer wieder auseinander gesetzt habe. Dabei wuchs der Wunsch, mich in diesem Bereich zu engagieren. Anders als bei anderen Projekten gefiel mir der Grundgedanke, dass die Leute vor Ort die HauptakteurInnen bleiben – und ich mit meiner Präsenz einen Beitrag zum Schutz derjenigen Personen leisten kann, die gewaltfrei für ihre Rechte kämpfen.

Während des Einsatzes:

Mein Einsatzgebiet in Guatemala war die Region Ixil. Nach einer zweiwöchigen Einführung begann die Arbeit bereits sehr spannend, als im Januar 2015 der Prozess wegen Völkermords gegen den ehemaligen Diktator Guatemalas, Efraín Ríos Montt, wieder aufgenommen wurde. Mit einem Teamkollegen konnte ich die ZeugInnen und deren Angehörige in die Hauptstadt begleiten. In der Region Ixil reisten wir in abgelegene Dörfer und besuchten die ZeugInnen im Genozidprozess sowie deren Angehörige.

Ausserdem begleiteten wir Personen, die sich im gewaltfreien Widerstand gegen internationale Grosskonzerne befinden, die auf Kosten der lokalen Bevölkerung natürliche Ressourcen ausbeuten. So erhielt ich einen Einblick in das Leben der indigenen Bevölkerung und deren Kampf um ihre Grundrechte.

Mit meiner Teamkollegin aus der Schweiz verbrachte ich jeweils vier Wochen in der Region und machte Besuche oder begleitete Gedenkmärsche. Danach ging es zurück in die Hauptstadt, wo wir Berichte verfassten und uns mit den anderen Teams austauschten. Während des Einsatzes schrieb ich regelmässig Berichte für Peace Watch Switzerland.

Nach der Rückkehr:

Die Öffentlichkeitsarbeit nach meinem Einsatz erlebte ich als sehr bereichernd. Ich erhielt einen Einblick in die Medienarbeit, indem ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz Interviews gab fürs St. Galler Tagblatt und selber Texte schreiben konnte für Lokalblätter. Das Berichten von meinen Erfahrungen in Guatemala war für mich sehr wichtig. So ergaben sich spannende Diskussionen mit Interessierten und ich konnte mich mit Personen austauschen, die ebenfalls einen Einsatz für PWS gemacht hatten.

Und jetzt?

Der Einsatz mit Peace Watch war für mich eine einmalige Erfahrung. Ich habe sehr viel gelernt über das Land und das politische System in Guatemala. Meine Erlebnisse helfen mir bei meiner jetzigen Tätigkeit im Asylbereich in der Arbeit mit traumatisierten Menschen, die aus Konfliktregionen stammen. Meine Erfahrungen haben auch dazu beigetragen, dass ich ein grösseres Bewusstsein entwickeln konnte für globale Zusammenhänge. Insbesondere der Kampf um natürliche Ressourcen hat Auswirkungen, für die immer noch zu wenig Verantwortung übernommen wird.

 
 

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